The A-Files - Die Amazonen Akten

Diesen Sommer im Talawah Verlag

Es wurden 254 Geschichten über die legendären Kriegerinnen eingereicht. 32 wurden vom Talawah Verlag für die neue Anthologie ausgewählt. Und was soll ich sagen, Leute, ich bin wieder mit dabei!

 

Vielen Dank, lieber Sascha und liebe Testleser vom Verlag! Ich freue mich riesig und werde den Rest der Woche mindestens sieben Zentimeter über dem Boden schweben.

 

Gute Nachrichten werden mir natürlich nicht einfach per E-Mail übermittelt. Hallo! Wir sind Kinder der Phantastik. Wenn Du wissen möchtest, wie ich es erfuhr, dass meine Umschulung zum A-Files Agenten erfolgreich war, dann lese meinen folgenden Einsatzbericht.  

 

 

Einsatzbericht

Ich bin Doppelagent der Unicorn Special Forces, und der Phönix Security Agency. Mein Deckname ist JFA. Zumindest nannten mich die Amazonen-Agentinnen so, bevor ich kaltgestellt wurde. Sie nahmen mir die Identität, mein Geld und mein Zuhause, weil ich ihren Auftrag nicht ausführen konnte.

     Es war drei Tage vor der Deadline. Der Plot meiner Amazonen-Agentinnen-Story lag vor mir wie Erbrochenes nach einer durchzechten Nacht. Monate lang hatte ich darauf gehofft, das ein Geistesblitz an die Türe klopfen würde und ich diesen Haufen Mist vor mir einfach aufwischen und entsorgen könnte. Nur noch drei Tage. Es tat weh, meine Files-Laufbahn zu beenden und das Amazonen-Department an den Nagel zu hängen. Doch ich wollte wenigstens würdevoll gehen. Also wanderte der Agentinnen-Plot ohne Umweg über den Verlag in den Mülleimer. Das war’s, dachte ich und wollte mein Notebook direkt hinterherwerfen.

     Da klingelte mein rotes Telefon. Es war Irina Gruber, die mich mit einer Rezi zu den U-Files im richtigen Moment aufmunterte. Sie und meine Frau bewahrten mich vor dem Aufgeben. Vielen Dank dafür! 

     Keine fünf Minuten später klopfte es tatsächlich an meine Tür. Ein kleines Monster spazierte herein und flüsterte mir eine unglaubliche Geschichte ins Ohr. Ich war wieder da. Wie der Teufel schrieb ich in drei Tagen 4942 Wörter. Den Schluss musste ich sogar mit nur einem Finger tippen, da ich ein vier Wochen altes Baby auf dem Arm schunkelte. Vierzig Minuten vor dem Ende der Deadline schickte ich meine Amazonen-Monster-Geschichte zum Hauptquartier der Löwen. Ob ich die Umschulung zum Triple-Agent schaffen würde, stand noch in den Sternen.

     Nun hatte ich ein ganz anderes Problem. Die Protagonisten meines ersten Plots fanden es gar nicht witzig, im Nirwana der Ideen zu verschwinden. Sie schworen Rache. Seitdem ziehe ich alle drei Monate in eine andere Stadt und verwische meine Spuren so gut es geht.

     An einem Montag, es war der 04. März, sollte mir der Besuch eines Buchladens zum Verhängnis werden. Ich konnte nicht widerstehen. Wie in alten Zeiten durchforstete ich die Regale, las erste Seiten und suchte nach den Angelhaken der Autoren in den Bestsellern auf den Präsentationstischen.

     Plötzlich spürte ich ein paar glühende Augenpaare auf mir. Eine Amazonen-Agentin. Dunkel und verschwommen, eben nicht völlig zu Ende ausgedacht. Vor dem Eingang standen noch zwei dieser schwarzen Echos aus verworfenen Ideen.

     Ich flüchtete aus dem Hintereingang. Böser Fehler, denn dort lauerten noch fünf Agentinnen-Entwürfe. Zwei hielten mich fest. Eine Dritte rammte mir mit einer Drehung um die eigene Achse ihren Fuß in den Bauch. Ich keuchte.

     »Verzieht euch! Das ist mein Mann! Er arbeitet für das Amazonen-Department!«, tönte es hinter mir. Es war Sascha Eichelberg.

     Die verfluchten Schattenprotagonistinnen lachten ihn aus. »Wir aber nicht!«, sagte die Schwarzhaarige und nahm Anlauf.

     Sascha zog sein Laserschwert aus der Tasche. Die Amazone sprang auf ihn zu. Das Laserschwert flammte auf und hieb durch die unfertige Amazone. Der Geist löste sich in Luft auf.

     Nun wirbelte Sascha wie ein Jedi-Ritter über die Gasse. Das Schwert zischte durch die Lüfte, durchtrennte die Verbindung der Scheinwelt zur realen Welt. Jedes einzelne Amazonen-Agentinnen-Echo wurde ausgeschaltet.

     Schwer atmend blieb Sascha vor mir stehen. »Du bist dabei!«, sagte er und legte seine Hand auf meine Schulter. »Aber wenn du deine toten Ideen noch einmal zum Leben erweckst, dann kille ich dich höchst persönlich.«

Mein außerirdischer Dampfplauderer Dokaru erwartet Dich auf der nächsten Seite. Hier geht's lang:

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